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marco777
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Ultra-HD-Fernseher: Welches Gerät ist wirklich zukunftstauglich?

Immer mehr Ultra-HD-Fernseher werden im deutschen Elektrogroßhandel angeboten. Günstige Geräte gibt es dabei oft schon für unter 1000 Euro. Doch leider lohnen sich die Schnäppchen oft nicht. Viele der UHD- oder 4K-TVs sind für echtes Ultra-HD-Fernsehen nicht geeignet. Was muss ein Gerät wirklich können?


Full HD war gestern. Ultra HD lautet die neue Zauberformel der TV-Hersteller. Binnen weniger Monate hat sich die neue Display-Technologie, die Auflösungen von bis zu 3840 × 2160 Pixeln ermöglicht, scheinbar am Markt etabliert und findet sich in immer mehr neuen TV-Geräten. Die UHD-Fernseher werden dabei mittlerweile oft schon zu Preisen unter 1000 Euro angeboten und wirken wie echte Schnäppchen. Doch tatsächlich sollte der Kunde beim Fernsehkauf genau hinschauen, denn nicht jedes Gerät, das Ultra HD oder 4K verspricht, ist auch wirklich zukunftsfähig.
Ultra HD oder 4K?

Beinahe alle Hersteller werben mittlerweile mit den Labels "Ultra HD" oder "4K". Genau genommen gibt es zwischen beidem einen kleinen aber feinen Unterschied. So steht 4K ursprünglich für die Auflösung von 4096 × 2160 Pixeln, bei der die Anzahl der horizontalen Bildpunkte tatsächlich bei über 4000 liegt. Das hängt schlicht damit zusammen, dass das Breitbildformat im Kino ein wenig breiter als das 16:9-Format im Wohnzimmer ausfällt. In der Praxis der TV-Geräte wird die Bezeichnung 4K mittlerweile jedoch als Synonym für Ultra HD verwendet. Das bedeutet, dass der jeweilige Fernseher eine Auflösung von 3840 × 2160 Bildpunkten darstellen kann. Die Zahl der horizontalen Pixel liegt also genau genommen deutlich unterhalb von 4000. Echtes 4K, also eine Auflösung von 4096 × 2160 Pixeln, gibt es aktuell nur bei einigen wenigen Beamern der oberen Preisklasse.

Natives Ultra HD oder Upscaling?



Obwohl immer mehr Ultra-HD-Fernseher in den Elektromärkten stehen, gibt es bislang kaum Film- oder TV-Material, das tatsächlich in der Auflösung von 3840 × 2160 aufgenommen wurde und noch weniger, das in dieser auch ausgestrahlt wird. Die Königsdisziplin der aktuellen UHD-TVs ist daher das sogenannte Upscaling, also das Hochrechnen von Full-HD-Material auf Ultra-HD-Auflösung mit Hilfe leistungsfähiger Bildverarbeitungsprozessoren. Bereits hier trennt sich häufig die Spreu vom Weizen. Während die 2014er-Modelle von Herstellern wie LG, Panasonic, Philips, Samsung oder Sony das Upscaling gut beherrschen, machen vermeintlich günstigere Geräte oft nicht mehr als die vorhandenen Pixel aufzublasen und versagen somit in dieser Disziplin. Im Elektrogroßhandel, wo das TV-Signal schlimmstenfalls noch über analoges Kabel auf die Geräte aufgespielt wird, lässt sich dabei kaum erkennen, welches Gerät hier wirklich überzeugt. Potentielle Käufer sind daher nach wie vor auf den Fachhandel und professionelle Tests angewiesen.
Echtes Ultra HD sehen



Möchte man mit seinem Fernseher echtes Ultra HD sehen, so ist die Auswahl noch sehr begrenzt. Ausstrahlungen von regulären Sendern über Kabel und Satellit wird es wohl frühestens 2016 geben. Immerhin über das Internet und die dortigen Video-on-Demand-Dienste wird man jedoch schon früher an Ultra-HD-Material kommen. So bietet in den USA unter anderem die Online-Videothek Netflix erste Filme und Serien in Ultra-HD-Auflösung an. Seinen Deutschlandstart hat Netflix für September angekündigt und auch andere Anbieter wie Maxdome und Amazon Prime Instant Video verfolgen bereits eigene UHD-Pläne. Doch um die Filme und Videos in der vierfachen Full-HD-Auflösung tatsächlich auch auf dem Fernseher genießen zu können, ist letztlich doch noch etwas mehr nötig, als nur ein Ultra-HD-Display am TV. Eine zentrale Rolle spielt unter anderem der neue Videokompressionsstandard HEVC (High Efficiency Video Codec).

Durch die Vervierfachung der Bildpunkte und die Erweiterung des Farbraumes erhöht sich auch die Datenmenge, die übertragen werden muss, damit alle Bildinformationen am Empfangsgerät ankommen. Somit steigen beispielsweise für Senderveranstalter und für Video-on-Demand-Anbieter mit Ultra HD auch die Übertragungskosten. Neue technische Standards, die eine effizientere Übertragung von Videodaten ermöglichen, werden deshalb im UHD-Zeitalter unabdinglich sein, um die Kosten in Zaum zu halten.

Essentiell für die Wiedergabe von Live-TV- oder Abruf-Inhalten in Ultra-HD-Auflösung werden deshalb neue Video-Codecs wie HEVC und VP9 sein. Diese arbeiten deutlich effektiver als aktuelle Kompressionsverfahren und erlauben beispielsweise eine rund doppelt so starke Kompression von Videoinhalten wie der aktuelle Standard H.264 (MPEG4) bei gleicher Qualität. Für professionelle TV- und Video-on-Demand-Übertragungen scheint sich dabei der Kodierungsstandard HEVC durchzusetzen. Diesen muss der Fernseher also zwingend unterstützen, wenn er in Zukunft Ultra-HD-Videomaterial decodieren will. Unterstützt das Gerät den HEVC-Codec nicht, bleibt das Bild trotz Ultra-HD-Auflösung schwarz. 2014er-Geräte der etablierten Hersteller aus Japan und Korea sind durch die Bank HEVC-kompatibel, günstige Geräte oftmals nicht. Grundsätzlich sollte sich der Kunde auch hier vor dem Kauf genau informieren. Letztlich wird sich erst nach dem Start der ersten UHD-Angebote zeigen, welche TVs diese tatsächlich decodieren können.

Während auch aktuelle TVs von LG, Panasonic, Philips und Sony den HEVC-Codec über den Mediaplayer unterstützen, können bislang nur die 2014er-Geräte von Samsung auch Satellitensignale decodieren, die mit dem neuen Kompressionsverfahren arbeiten. Tatsächlich ist aber nichts verloren, falls ein Fernseher HEVC nicht von Haus aus unterstützt. Immerhin kann hier zu gegebener Zeit ein entsprechender Receiver für den Empfang vorgeschaltet werden. Doch bei der Zuspielung der Signale über HDMI-Port warten schon die nächsten Stolperfallen.
HDMI 2.0 und HDCP 2.2



Wichtig sind für UHD-Fernseher die Standards HDMI 2.0 und HDCP 2.2. Ultra-HD-Material lässt sich faktisch auch über aktuelle HDMI-1.4-Schnittstellen von externen Geräten zum Fernseher zuspielen - allerdings mit maximal 30 Bildern pro Sekunde. Eine absolut ruckelfreie Darstellung ist dabei besonders bei sich schnell bewegenden Bildinhalten nicht immer gewährleistet. Wirklich flüssig kommen Ultra-HD-Videos jedoch erst über die neuen HDMI-2.0-Schnittstellen zum Fernseher. Diese ermöglichen bis zu 60 Bilder pro Sekunde auch bei hoher Farbauflösung. Auch hier muss der Kunde also schauen, ob der neue UHD-Fernseher bereits über einen HDMI-2.0-Port verfügt. Gerade bei sehr günstigen Modellen ist dies oft nicht der Fall.

Gemeinsam mit Ultra HD soll auch der neue Kopierschutz HDCP 2.2 eingeführt werden. Dieser soll dazu verwendet werden, die ultrahochauflösenden Bildinhalte zu schützen. HDCP steht dabei für High Bandwidth Digital Content Protection und ist als Verschlüsselungsstand für Video- und Audiosignale, die über HDMI übertragen werden, etabliert. Damit der Bildschirm bei der Zuführung von Ultra-HD-Bildmaterial über HDMI in Zukunft funktioniert, muss der Fernseher auch die neueste Version 2.2 dieses Kopierschutzes unterstützen.

Tatsächlich bieten auch moderne Ultra-HD-Fernseher noch zahlreiche weitere Funktionen, die beim Kauf unter Umständen berücksichtigt werden sollten. Die Kernfunktion eines Fernsehers sollte jedoch heute und in Zukunft die Darstellung eines möglichst scharfen und farbechten Bildes sein. Versagt das Gerät hier, dann retten es auch Smart-TV-Funktionen und Bewegungssteuerung nicht mehr. Besonders bei günstigen Angeboten lohnt sich ein genauerer Blick auf die tatsächliche Ausstattung. So muss sich ein Käufer auch die Frage stellen, ob eine Ultra-HD-Auflösung sinnvoll ist, wenn die Bildwiederholrate des Fernsehers beispielsweise nur bei 50 Hz liegt oder ob 3840 × 2160 Pixel tatsächlich schon bei 40-Zoll-Geräten sinnvoll sind. Die meisten Zuschauer werden sicherlich nur wenig Spaß mit einem Ultra-HD-Fernseher haben, der zwar günstig ist, sich zum wirklichen UHD-Schauen jedoch kaum eignet.

Quelle: df

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