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Bundesligarechte: Gewinner DAZN und Sat.1, Verlierer DFL und Amazons

Nun ist es endlich so weit: Die Bundesliga-Übertragungsrechte ab der Saison 2021/22 sind vergeben. Dabei bleibt einiges beim Alten, aber es gibt auch Gewinner und Verlierer.

Zu den Verlierern der Rechte-Vergabe gehören in erster Linie die Vereine der ersten und zweiten Liga selbst. Denn es gibt in Zukunft weniger TV-Geld. Die Erlöse sind im Vergleich zur letzten Ausschreibung von 4,64 Milliarden auf 4,4 Milliarden Euro zurückgegangen. Eigentlich war – wohlgemerkt vor der Corona-Krise – ein Ziel von insgesamt 5,4 Milliarden Euro für die Saisons 2021/22 bis 2024/25 seitens der Deutschen Fußball Liga ausgegeben worden. Somit ist die DFL der erste Verlierer der Auktion, wenngleich der Verlust noch relativ klein ausfällt. Die Zeit der schier unendlich weit in die Höhe schnellenden Preise für die Übertragungsrechte am Bundesliga-Fußball sind vorerst vorbei. Seit der Kirch-Krise 2002 ging die Kurve konsequent steil nach oben, beim letzten Mal 2016 gar um unglaubliche 84 Prozent. Jetzt ist erst einmal Stagnation angesagt.

Unter den Bietern für die Übertragungsrechte gibt es wenige Verlierer. Wenn überhaupt könnte man Amazon Prime und mit abstrichen das ZDF und Sky nennen. Der Online-Gigant Amazon ist nach der Corona-Krise mit großem Tamtam vom Audio- zum visuellen Partner der DFL aufgestiegen. Da lag der Verdacht nahe, dass auch beim dem bis heute laufenden Vergabe-Verfahren der Rechte für den Zeitraum zwischen Sommer 2021 und 2025 mitgeboten wird. Dem wird auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so gewesen sein. Die Zurückhaltung dürfte jedoch größer gewesen sein, als dem außenstehenden Beobachter das Portemonnaie von Jeff Bezos vorkommt. Der Vollstädnigkeit halber muss auch erwähnt sein, dass die Öffentlichkeit nicht weiß, zu welchem – vielleicht relativ geringen – Preis Amazon Prime im Mai in die Bundesliga-Online-Übertragungen einsteigen konnte. Den Status „TV“-Partner wird man, wie man jetzt weiß, jedoch nicht lange inne haben.

Sky konnte seinen Stellenwert als wichtigster TV-Partner der Liga zwar behalten, musste aber dennoch eine ganz schön stolze Summe an Spiele abgeben. 200 exklusive Live-Spiele bleiben aber, darunter alle Samstagsbegegnungen, einzeln und in der Konferenz – dem Kernelement der Bundesliga-Rechte von Sky. Das ZDF verliert derweil seinen Nimbus als einziger fest eingeplanter Free-TV-Sender, der ein, wenn auch kleines, Bundesliga-Live-Paket sein Eigen nennen kann. Konkret geht es hier um die Eröffnungs-Partien der jeweiligen Halbserien der Saisons, sowie das letzte Freitagsspiel vor Weihnachten, die jetzt bei Sat.1 liegen.

Womit auch der erster Gewinner der Vergabe genannt ist. Ziemlich überraschend machte diesen Montagvormittag die Neuigkeit die Runde, dass Sat.1 mit seiner Sportmarke „ran“ zurück im Bundesligageschäft ist. Zu den vom ZDF übernommenen Live-Spielen gehören auch noch der Super Cup, das Eröffnungsspiel der zweiten Liga und vier Relegationsspiele. Mit „ran“ kehrt in jedem Fall eine traditionsreiche Marke ins Bundesliga-Geschäft zurück, die einst in den 90er Jahren als „Sportschau“-Nachfolger in Sachen Bundesliga erstmals auf sich aufmerksam machte.

Der größte Gewinner dürfte jedoch DAZN sein. Dem Sportstreamingdienst hat die Corona-Krise wohl doch nicht so arg zugesetzt, wie man zuletzt hätte vermuten können – schließlich ist dem Anbieter über Monate das Gros seiner Inhalte und damit auch zahlreiche Kundschaft weggebrochen. Beim Finanzierungsmodell von DAZN muss aber wohl genügend Budget zur Seite gelegt worden sein, als dass man nicht prominent um die Übertragungsrechte an der Bundesliga hätte mitbieten können. Herausgekommen ist mehr als eine Verdoppelung der Live-Spiele auf nun insgesamt 106. Alle Achtung! Wenn man bedenkt, dass der Online-Anbieter sein aktuelles, kleines Bundesliga-Paket erst zu dieser Saison von Eurosport sublizenziert hat und damit ja auch während der Not-Verhandlungen in der Corona-Krise beinahe baden gegangen wäre. Schlussendlich stehen aber über 100 Live-Spiele ab August 2021 zu Protokoll, plus eine noch etwas unklare kommende Saison, für die man das bisherige Paket höchstwahrscheinlich nochmal nach verhandeln muss.

An letzter Stelle sei unter den Gewinnern auch Sport1 genannt. Mit der neuen Ansetzung am Samstag, 20.30 Uhr, konnte sich der Sender wieder Live-Fußball aus der zweiten Liga sichern. Von lang zurückliegenden DSF-Zeiten an bis 2017 hatte man stets montagabends live aus der zweiten Bundesliga berichtet, ehe diese Ansetzung zu Sky wanderte. Im neuen Terminkalender ab 2021 fehlen Montagsansetzungen aus Rücksichtsnahme auf die Proteste der Fans künftig gänzlich. Den Ersatztermin am Samstag nun wieder ergattern zu können, ist für Sport1 ein echtes Highlight. Auch wenn die betreffenden Spiele parallel weiterhin auch im Pay-TV bei Sky gezeigt werden.

Als Gewinn für das Free-TV-Publikum kann natürlich auch verbucht werden, dass die „Sportschau“ und „das aktuelle Sportstudio“ in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben.

quelle: digitalfernsehen.de (22.06.20)

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Bericht: Sky zahlt für Bundesliga 595 Millionen, DAZN 300 Millionen

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will einen Bericht über die detaillierten Einnahmen aus dem neuen Medienvertrag nicht kommentieren.

Zuvor hatte das Fachmagazin „Sponsors“ geschrieben, dass Sky für seine neuen TV-Rechtepakete 595 Millionen Euro pro Saison bezahlen soll und DAZN 300 Millionen Euro.

Die Unternehmen sind ebenso wie die DFL selber vertraglich dazu verpflichtet, sich nicht zu Details der Kontrakte zu äußern. Öffentlich ist nur die Gesamtsumme der Medienverträge von 4,4 Milliarden Euro für die vier Spielzeiten ab 2021.

quelle: digitalfernsehen.de (25.06.20)

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